„Im Lager hat man auch mich zum Verbrecher gemacht”

Margarete Ries: Vom “asozialen” Häftling in Ravensbrück zum Kapo in Auschwitz

Szenische Lesung der Reihe Aus den Akten auf die Bühne.

17.04. | 18.04. | 24.04. | 07.05. | 08.05. | 22.05. | 19.30 Uhr | Haus des Reichs (Finanzamt Rudolf-Hilferding-Platz 1, Haupteingang)**
Preise 12 | erm. 6 EUR.

Mit: Peter Lüchinger, Franziska Mencz, Michael Meyer, Petra-Janina Schultz.

Entnazifizierung von Frauen in Deutschland – in der Forschung zur Entnazifizierung wurden Frauen und das Geschlechterverhältnis bislang wenig berücksichtigt Aus diesem Grund hatten sich Geschichtsstudierende zusammen mit Schauspielerinnen und Schauspielern der bremer shakespeare company im Herbst 2011 diesem Thema gewidmet. Die aktuelle Vorstellung über einen spektakulären Fall ist Erweiterung und Ergänzung der vergangenen Lesung: Margarete Ries soll als Kapo im KZ Auschwitz äußerst brutal vorgegangen sein und mehrere Häftlinge erschlagen haben. Zu ihrer Verhaftung kam es, nachdem eine ehemalige Insassin des Lagers Auschwitz Ries auf dem Bremer Hauptbahnhof wiedererkannt hatte. Nach ausführlichen Vernehmungen durch Vertreter der US-Militärregierung für Bremen und einem anschließenden Spruchkammerverfahren wurde ihr Verfahren jedoch eingestellt. Wie erklärte Margarete Ries ihr Handeln? Wie bewerteten es die Be- und Entlastungszeuginnen und warum wurde das Verfahren gegen sie eingestellt? Diese und andere Fragen haben die Studierenden und Schauspieler für die Lesung aufgearbeitet.

Das Haus des Reichs war damals Sitz der US-Militärregierung für Bremen, dort hatte die US-Militärregierung für Bremen ihren Sitz hatte und dort wurde auch Margarete Ries verhört.
Vierte Inszenierung seit Beginn des Projekts 2007

Bei der Lesung über die Entnazifizierung von Frauen in Deutschland handelt es sich um die vierte Inszenierung zu einem historischen Thema, welches die Projektleiterin und Dozentin der Uni Bremen, Dr. Eva Schöck-Quinteros, zusammen mit Geschichtsstudierenden und der bremer shakespeare company inszeniert. Unter dem Motto Aus den Akten auf die Bühne erarbeiten sie seit 2007 szenische Lesungen mit historischen Originaldokumenten. Das bundesweit einmalige Projekt verbindet forschendes Lernen und dramaturgische Arbeit miteinander. Ziel ist es, Akten auf der Bühne zum Sprechen zu bringen und auf diese Weise einem breiten Publikum quellenbasierte Forschung zugänglich zu machen.

Koproduktion mit der Universität Bremen.
Infos unter: www.sprechende-akten.de