Mario und der Zauberer
Schauspiel, Puppenspiel, Livemusik- nach Thomas Mann
11.04 | 19.30 Uhr | 12.04. | 13.00 Uhr und 19.30 Uhr | Concordia
Preise 16 | erm. 10 Euro
Ab 14 Jahren
Spielfassung/Regie/Schauspiel/Puppenspiel: Sebastian Kautz.
Violoncello/Komposition/Sounddesign: Gero John.
Puppenbau/Kostüme: Melanie Kuhl.
Bühne: Sebastian Kautz, Melanie Kuhl.
Du tust, was du willst. Oder hast du schon einmal nicht getan, was du wolltest? Oder gar getan, was du nicht wolltest? Was nicht du wolltest?
Mario und der Zauberer erzählt vom machtgierigen Krüppel Cipolla, der das Publikum seiner Schaubude durch Scharfzüngigkeit, verblüffende Hypnosefähigkeiten und eine seltsam faszinierende Aura in seinen Bann schlägt und zu makabren Experimenten verführt, bis das gefährliche Spiel ein bitteres Ende findet.
Angesiedelt im faschistischen Italien der 1930er Jahre, in einer von Misstrauen und Intoleranz allem Fremden gegenüber geprägten Atmosphäre, ist die Novelle des Literaturnobelpreisträgers Thomas Mann eine Parabel auf die Manipulierbarkeit des Menschen allgemein.
Die Bühnenfassung - eine Koproduktion von bremer shakespeare company und metropol-ensemble - verbindet Dichterworte mit Puppenspiel und Live-Musik zu einem Theaterabend der besonderen Art.
Mehr Infos: www.mario-und-der-zauberer.de
Die Inszenierung kann auch in Schulen aufgeführt werden.
Infos und Buchungen: Telefon 0421 / 3384466 oder info@mario-und-der-zauberer.de
Trailer
Pressestimmen
Mit zwei, drei, später vier Puppen wirbelt der ehemalige Company-Schauspieler Sebastian Kautz über die Bühne, um die Geschichte zum Leben zu erwecken. Er ist dabei stets ein Teil der gespielten Figuren.
Besonders effektvoll am Schluss, wenn es zum hypnotischen Showdown zwischen dem willenlosen Mario und dem Zauberer kommt. Ganz schön gespenstisch! Den fiesen Varieté-Demagogen, der mit Demütigungen den Willen seines Publikums bricht, hat Thomas Mann im Italien Mussolinis selbst erlebt. Welche freiheitsfeindliche Magie waltet hier? Mit dem überaus widerwärtigen Glatzkopf, den Melanie Kuhl für das Unternehmen gebaut hat, wird daraus im Theater am Leibnizplatz ein faszinierendes Figurentheater.
Dass der Puppenspieler Sebastian Kautz bei den meisten Szenen ebenfalls als Erzähler sichtbar präsent ist, mag nicht jedermanns Geschmack sein; die Illusion einer lebendigen Puppe wird so immer auch ein bisschen gebrochen. Doch mit der hier gezeigten Spielfreude gelingt es auf originelle Art, die gruselige Geschichte neu zum Leben zu erwecken. Dass dabei auch das Publikum mitspielen darf, wenn Luftballons ganz gruppendynamisch durch den Saal gestupst werden, gehört zu den heiteren Momenten des Abends. Und mit einer Spieldauer von 75 Minuten eignet sich die Produktion zudem gut für junge Leute, die sich den Stoff womöglich für die nächste Deutsch-Klausur draufschaffen müssen.
Nordwest Zeitung
Mit Sebastian Kautz’ Bühnenfassung von Thomas Manns Novelle „Mario und der Zauberer“ für Puppenspieler und Cellisten ist der Bremer Shakespeare Company ein großer Wurf gelungen. Das kompakte, etwa einstündige Zwei-Personen-Stück mit den von Melanie Kuhl geschaffenen Puppen bietet großes Theater mit verblüffend kleinen Mitteln. Die Produktion ist deshalb auch ideal für Gastspiele an Schulen geeignet.
Wie ein dämonischer Habicht umkreist der kahlköpfige Magier seine Opfer und fixiert sie mit durchdringendem Blick. Sebastian Kautz erweckt diesen Puppendämon mit großem Körpereinsatz zum Leben. Die Zuschauer werden unversehens zu Marionetten dieses großen Puppenspielers. Gespenstisch, wie das Auditorium ohne Widerspruch zum Werkzeug des Illusionisten wird, der Luftballons ins Publikum spielt.
Der als Mitglied des Bremer Kaffeehausorchesters bekannte Gero John bearbeitet dazu mit von Unheil kündenden Stakkati sein Cello nach allen Regeln der Kunst. Der fabelhafte Musiker zeigt mit dem von ihm geschaffenen Sounddesign und der von ihm komponierten, mit schneidenden Dissonanzen angereicherten Musik seine ganze musikalische Bandbreite.
Als Wunder an Wandlungsfähigkeit entpuppt sich Sebastian Kautz, der auch als Regisseur überzeugen kann. In seiner Adaption von „Mario und der Zauberer“ versteht er es, die Spannung bis zur letzten Minute zu halten.
Weserkurier“War das das Ende?” wundert sich die Tochter von Thomas Mann, nachdem zwei Schüsse den Zauberer Cipolla niederstrecken. Das mag sich auch manch einer bei der Uraufführung von “Mario und der Zauberer” gefragt haben. Denn mit der Inszenierung aus Puppenspiel, Theater und Livemusik ist es Sebastian Kautz und Gero John gelungen, ein ebenso kurzweiliges wie faszinierendes Stück zwischen beklemmender Dramatik und auflockernder Komik zu schaffen.
Wie unter Hypnose verfolgt das Publikum die hervorragende Spielkunst von Kautz, der mit den Charakteren seiner Puppen nahezu verschmilzt. “War das das Ende?” las man dann ebenfalls in den Gesichtern der Theatergäste. Der geneigte Zuschauer, kräftig applaudierend, hätte sich sicher gerne noch länger als 75 Minuten von dem zweiköpfigen Ensemble umspielen lassen.
Bremer Anzeiger
Nun werden die positiven Kritiken auf Sie und Sebastian Kautz herunter prasseln wie ein warmer Regen. Gut so! Hatte ich doch nicht nur den von Ihnen gewünschten Spaß in Ihrer Vorstellung!
Perfektes Theater sollte für mich eben nicht nur Spaß sein, dahin plätschern und seicht sein. Es ist schön - und das nicht nur für mich, sondern ich nehme an, für den gemeinen Zuschauer und den ganz gemeinen Schüler - wenn alle Sinne angepiekst werden.
Es waren nicht nur die Figuren, die auf phantastische Weise miteinander agiert und kommuniziert haben. Es war auch auffallend, wie gut Sie beide offensichtlich harmonieren und auf unerklärliche sich ergänzende Weise eine Symbiose eingegangen sind. Großartig!
Es ist schön zu sehen, dass man nicht nur in seinem Fach verharren muss, sondern offen ist für Neues! Musik und Literatur gehören wirklich zusammen!
aus dem Brief einer Zuschauerin
Ein großes Dankeschön. Das war das Eindrucksvollste, was wir seit langem gesehen und gehört haben und einen großen respektvollen Gruß an die beiden auf der Bühne.
aus dem Brief eines Zuschauers_
„Schauspiel, Puppenspiel, Maskenstück und Livemusik“ – Das Plakat zu „Mario und der Zauberer“ las sich wie das Programm gleich mehrerer Theater. Das Publikum bekam aber all das in 75 Minuten geboten. Von nur zwei Protagonisten. Was einige ein Ding der Unmöglichkeit nennen würden, bereiteten der Schauspieler Sebastian Kautz und sein Musiker-Kollege Gero John als kurzweilig-amüsantes Kompaktbühnenstück auf. Dabei bewiesen sie exzellente Multitasking-Fähigkeiten, denn von der Geräuschkulisse bis zum Schauspiel der Puppen war alles „handgemacht“. Wie in Manns Erzählung schaffte es der Magier, das Publikum zu verzaubern.
Weser-ReportEine gute Stunde streifen wir durch diesen eigenartigen Text von Thomas Mann: Mario und der Zauberer. Kautz Körper gibt den namenlosen Erzähler, seine Stimme wandert in verschiedene Puppen, die das Personal der Erzählung beleben. Mit deutlicher Spielfreude interagiert Kautz mit den Puppen, wechselt immer wieder zwischen der (erinnernden) Erzählung, die er direkt ans Publikum richtet und der diskreten Position des Puppenspielers. Melanie Kuhl hat dafür eine Handvoll charakteristischer, bisweilen origineller Puppen bereit gestellt.
Kautz’ „Mario und der Zauberer“ bleibt eine freundliche Reflexion über die Illusionsmaschine Theater mit hübschen Bildern. Die an einer (der allersimpelsten) Stelle das Publikum dann doch – und fast unbemerkt – als nicht ganz so freiwillig mit ins Stück nimmt, wie es das wohl gern hätte: Die Cipolla-Puppe tippt einen um den anderen Luftballon ins Parkett, sagt, sie dürften nicht auf dem Boden aufkommen. Alle machen ebenso glucksend wie aufmerksam mit. Ganz schön böse.
Kreiszeitung
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