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Historische Akten können eine trockene Angelegenheit sein. Doch dahinter verbergen sich oft bewegende menschliche Schicksale.
Erst in jüngerer Zeit wird das Theaterspielen als didaktisches Mittel der Aneignung und Auseinandersetzung mit Geschichte in Museen, Gedenkstätten und Archiven eingesetzt. In dieser Hinsicht hat das Bremer Projekt Aus den Akten auf die Bühne eine Vorreiterrolle im Umgang und in der Vermittlung von Geschichte mit theatralen Mitteln übernommen.

Unter dem Titel Aus den Akten auf die Bühne entstehen seit 2007 an der Universität Bremen Geschichts- und Theaterprojekte zu Themen aus der Vergangenheit der Hansestadt. Studierende des Instituts für Geschichtswissenschaft und Ensemblemitglieder der bremer shakespeare company entwickeln szenische Lesungen aus historischen Originaldokumenten, um sie der Öffentlichkeit lebendig und anschaulich zu vermitteln. Jede szenische Lesung ist das Ergebnis einer konstruktiven Kooperation von Studierenden und Schauspielern der bsc. Die Lesungen verlassen sich ganz auf die Aussagekraft der Dokumente und bringen die historischen Texte ohne ergänzende Erläuterungen, Kommentare und Interpretationen zum Sprechen. Wenn möglich finden die Lesungen an den historischen Originalschauplätzen statt.

Initiatorin dieses bundesweit einmaligen Projektes, das geschichtswissenschaftliche und dramaturgische Arbeit miteinander verbindet und einem breiten Publikum quellenbasierte Geschichtsforschung zugänglich macht, ist die Bremer Historikerin Dr. Eva Schöck-Quinteros.

Szenische Lesungen mit der bremer shakespeare company/Kooperation mit der Universität Bremen

  • Grund der Ausweisung: „Lästiger Ausländer“ – Ausweisungsverfahren in den 20er Jahren in Bremen
  • Aus Gründen der inneren Sicherheit des Staates… – Der Fall Geusendamm
  • „Wussten Sie, dass Ihre Tochter Herrenverkehr hatte?“ – Der Fall Kolomak in Bremen
  • „Was verstehen wir Frauen auch von Politik?“ – Entnazifizierung „ganz normaler“ Frauen in Bremen (1947-1951)
  • „Im Lager hat man auch mich zum Verbrecher gemacht” - Margarete Ries: Vom “asozialen” Häftling in Ravensbrück zum Kapo in Auschwitz
  • Eine Stadt im Krieg – Bremen 1914-1918 - Wie schreibt sich der Krieg in das alltägliche Leben einer Stadt ein? Verschiedene Originaldokumente
  • Prunk und Pleite eine Unternehmerdynastie - Der Konkurs der Nordwolle und die Bankenkrise 1931
  • Geflüchtet, unerwünscht, abgeschoben - “Lästige Ausländer” in der Weimarer Republik
  • Bremen: Stadt der Kolonien? – 100 Jahre koloniale Vergangenheit Bremens
  • Staatsschutz, Treuepflicht, Berufsverbot – (K)ein abgeschlossenes Kapitel der westdeutschen Geschichte.

Mehr Informationen unter: www.sprechende-akten.de