Caliban
Ein Weihnachtsmärchen für Zuschauer ab 8 Jahren nach Motiven aus dem “Sturm”“ von William Shakespeare
Idee und Textfassung: Lee Beagley und das Spielerensemble.
Regie: Lee Beagley.
Bühne/Kostüme: Heike Neugebauer.
Mit: Svea M. Auerbach, Tim D. Lee, Erik Roßbander, Petra-Janina Schultz,
Markus, Seuß, Janina Zamani.
November: 21. | 22. | 23. | 28. | 29. | 30. | 10.00
Uhr
Dezember: 5. | 6. | 7. | 13. | 14. | 19. | 20. | 21. | 10.00
Uhr
in der Concordia, Schwachhauser Heerstr. 17, 28203 Bremen
Preise: 9 Euro | erm. 7 Euro
Helle Aufregung herrscht an Bord eines Luxusdampfers: Die
1.Klasse-Passagierin sucht dringend jemanden, der auf ihr Kind aufpasst,
damit sie ihre Golfstunde an Deck absolvieren kann; der Steward hat nur
leider gar keine Zeit, weil er Lady Miranda, einem ehemaligen Kinderstar,
der seine besten Tage schon hinter sich hat, ihren Morgenkaffe bringen muss;
der Navigator hängt sowieso nur telefonierend an seinem Handy, weil seine
Tochter in der fernen Heimat ohne seine Einwilligung heiraten möchte;
außerdem soll endlich die Kinder-Spielshow starten, doch beiden Musiker Drum
und Bass liegen mal wieder im Clinch - zu unterschiedlich sind ihre
Charaktere …
Und dann zieht urplötzlich auch noch ein schwerer Sturm
herauf! – Wie durch ein Wunder kann sich eine bunt zusammen gewürfelte
Gruppe von Schiffbrüchigen retten und strandet auf einer einsamen Insel.
Dort geschehen bald seltsame Dinge, denn diese Insel ist das Reich des
halbwilden Jungen Caliban und von Ariel, einem geisterhaften Wesen, das sich
unsichtbar machen und den Gestrandeten merkwürdige, aber glückliche
Traumbilder vorgaukeln kann. Caliban mit seinem widersprüchlichen Charakter
- mal ängstlich, mal aggressiv, dann wieder zärtlich - zieht alle in seinen
Bann. Die Geschichte seiner traurigen, einsamen Kindheit, seiner
leidenschaftlichen Schwärmerei für Miranda, den ehemaligen Kinderstar, sein
kompromissloses Selbstbewusstsein und sein Freiheitsdrang rufen in allen
Beteiligten ganz unterschiedliche Reaktionen hervor. Jeder sieht in ihm die
Spiegelung seiner eigenen Beschränkungen und Möglichkeiten, die tief in
Inneren eines jeden von ihnen verborgen liegen. In einem gemeinsamen Spiel
beschwören sie Calibans Mutter, die Hexe Sykorax, und erfahren so die
Freiheit, ihre Träume in die Realität umzusetzen: Glücklichsein ist keine
Fantasie, sondern um glücklich zu sein, braucht es die Fantasie!
Pressestimmen
Grundhumanistische „Sturm“-Paraphrase: Lee Beagleys Weihnachtsmärchen an der bremer shakespeare company. Mit „Caliban“ zeigt Lee Beagley, dass das Theater Kinder und Jugendliche kaum ernster nehmen kann, als genau die Mittel zu benutzen, die in den Abendvorstellungen für Erwachsene auch funktionieren. Schauspieler fungieren zugleich als Musiker, Mikrofone werden nicht versteckt, sondern in der Hand gehalten, Bühnenillusionen werden offen gelegt. Für die Illusion – das können die jungen Besucher/innen gut gleich mal mit „lernen“ – braucht das Theater sich nicht (und von sich nichts) zu verstecken. Der souveräne Umgang mit Kulturtechniken ist gewiss nicht unwichtiger als die inhaltliche „Botschaft“!
Kreiszeitung, 29.11.2010, von Tim Schomacker
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