Ein Königreich für einen Ball
von Jörg Steinberg und Ensemble
Regie: Jörg Steinberg. Ausstattung: Uschi Leinhäuser, Heike Neugebauer.
Mit: Christian Bergmann, Sandro Costantini, Tobias Dürr, Peter Lüchinger, Svea Meiken Petersen, Susanne Plassmann, Erik Roßbander, Markus Seuß, Janina Zamani.
Die Faszination die Fußball auf die Menschen der ganzen Welt ausübt, ist ein Mysterium. Doch woher kommt die Leidenschaft für dieses Spiel, in dem lediglich 22 Personen hinter einem Ball nachjagen? Und was hat Shakespeare mit Fußball zu tun?
Wir schreiben das Jahr 1857. Seit Hunderten von Jahren kommen in der Johannisnacht die Shakespearefiguren aus ihren Büchern, werden zu Fleisch und Blut. In jeder dieser magischen Nächte kommt es zum blutigen Streit über die Frage, welche Dramenfraktion für die Menschheit die bedeutendere sei: die Komödianten oder die Tragöden. Bereits acht von Shakespeares Dramen sind in diesen Gemetzeln vollständig vernichtet worden. Auch in dieser Nacht droht, ausgelöst durch eine unabsichtliche Backpfeife, der ohnehin brüchige Waffenstillstand wiederum zu zerbrechen, das Verhängnis scheint erneut seinen Lauf zu nehmen. Tragöden und Komödianten müssen sich etwas einfallen lassen, wenn Shakespeares Dramenuniversum überleben soll… Auf dem Weg zu einer friedlichen Lösung dieses Konflikts, wird schwer gefoult und die eine oder andere gelbe Karte gezückt. Die bremer shakespeare company lüftet das Geheimnis, was die Leidenschaft der Shakespearefiguren mit der Leidenschaft großer Fußballspieler verbindet. Wir zeigen Ihnen den Weg - ohne rote Karte.
Regisseur und Autor Jörg Steinberg, seit Jahren Fußball-Spezialist mit
eigener Dribbel-Erfahrung auf dem glatten Schauspiel-Parkett, hat gemeinsam mit
dem Company-Ensemble besagtes “Königreich” entwickelt, das drei
Stunden für kurzweilige, burleske Unterhaltung sorgt. Ganz schwindlig spielen
einen die Shakespeare-Charaktere, wenn sie dribbelnd die Bühnenarena entern.
Wer hätte allen Ernstes vermutet, dass die lieblichen, aber auch schnippischen
Damen Julia (Susanne Plassmann) und Beatrice (Svea Meiken Petersen) die Regeln
der die Massen elektrisierenden Ballsportart ersinnen?
Der ewig mit sich selbst philosophierende Hamlet (mit elitärem Anflug:
Christian Bergmann) wird von Falstaff von der Seite als
“Hammelkeule” angepflaumt. Sandro Costandini ist nicht nur ein
prachtvoll-prall-burlesker Falstaff, sondern punktet auch als wehleidiges
Weichei Romeo, der die zauberhafte Miranda (Janina Zamani glänzt in
Doppelbesetzung auch als koboldiger Mamilius) zu gar tollkühnen Fechtkünsten
inspiriert.
Nur Richard der Dritte hat noch nichts vom Fairplay gehört, er versetzt
Cardenio in absentio hinterrücks einen heimtückischen Dolchstoß. Erik
Roßbander ist in dieser konträren Doppelrolle als komischer Kauz und finsterer
Erzschurke hinreißend. Die Krone des Komödiantentums gebührt allerdings Peter
Lüchinger, der den Spagat zwischen einem leicht angestaubten Pförtner, einem
aufbrausenden Lear und einem waghalsig von einer schwankenden Leiter herab das
imaginäre Fußballmatch atemlos kommentierenden Puck spielend bewältigt.
Fazit: Ein Volltreffer!
Weser-Kurier
Ein fast dreistündiger und dabei äußerst kurzweiliger Beitrag zum
WM-Jahr. Eine großartige Mannschaftsleistung des Company-Ensembles.
Man muss weder Fußball- noch Shakespeare-Experte sein, damit es einem
gefällt. Die fast 180 Minuten Spieldauer vergehen schneller als so manche
90-minütige Balltreterei.
Wer sich für Fußball interessiert oder nicht, wer sich für Shakespeare
interessiert oder nicht - egal. Das Stück begeistert.
Nordsee-Zeitung
Jörg Steinberg hat gemeinsam mit dem Company-Ensemble ein humorvolles
Stück rund um das runde Leder erarbeitet, zweieinhalb Stunden feinste
Unterhaltung. So macht Fußball und Theater Spaß!
Bild
Dabei ist das Stück nicht nur temporeich und überzeugt durch gutes
Kombinationsspiel - den Protagonisten war ihre Spielfreude deutlich anzumerken:
keiner der Akteure, die oft mehrer Positionen zu bekleiden hatten, stand im
Abseits. Dialoge entwickelten sich dank präziser Vorlagen zu witzigen
Doppelpässen und letztlich gab es nur noch eine Frage, die das Publikum
unbedingt beantwortet haben musste: Wie geht das Spiel aus? - Ganz klar: Mit
einem Kantersieg (=haushoher Sieg) für die shakespeare company und Trainer
(bzw. Regisseur) Jörg Steinberg, der sehr zufrieden mit den hervorragenden
Leistungen seiner Spieler sein konnte. - Sehr zu empfehlen.
Weserreport
Unzählige Zitate aus Shakespeares Werken, mal im Original, mal dem
Stück angepasst, werden mit alten und neuen Fußballweisheiten in einen Topf
geworfen und kräftig durchgemischt. Heraus kommt eine Mixtur herrlich komischer
Dialoge und Weisheiten, die zum einen dem Theatergänger die Faszination
Fußball, zum anderen dem Fußball-Fan das Theater näher bringen.
Der Spaß daran, Shakespeares klassische Charaktere einmal anders darzustellen
ist ständig zu spüren. Vor allem Markus Seuß als Tybalt, dermit der ihm von
Shakespeare zugeschriebenen Rolle alles andere als zufrieden ist und Christian
Bergmann in der Doppelrolle der grundverschiedenen Hamlet und Malvolio
überzeugen vollends.
Egal ob Tragöde oder Komödiant, Fußball-Fan oder Theaterfreund - am Ende war
das Ergebnis eindeutig: Hier gewinnt der Zuschauer.
Bremer Anzeiger
Mit ein “Königreich für einen Ball” entfesselt die bremer
shakespeare company große integrative Kräfte: Hier können sich nämlich
sowohl Fußball-Muffel als auch Theater-Muffel gleichermaßen großartig
unterhalten.
Tür! Türr!! Tür!!!
Delme-Report
“Ein wirklich sehr originelles, kurzweiliges Stück mit sehr viel
Fantasie.
Ein toller Theaterabend, den sich keiner entgehen lassen sollte.”…
“Eine verrückte Geschichte mit sehr vielen Anspielungen und Lachern. Wie
schon beim Training am Weser-Stadion waren die Darsteller immer für
Überraschendes und Spektakuläres gut.”
Thomas Schaaf (www.werder.de)
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