Kabale und Liebe für zwei
von Friedrich Schiller
Spielfassung und Regie: Andreas Kloos
Ausstattung: Heike Neugebauer
Mit: Petra-Janina Schultz und Thomas C. Zinke
Zweifelsohne getragen durch die beiden überzeugenden Charaktere. In
Sekundenbruchteilen gelingt es ihnen, die Atmosphäre im Stück je nach Belieben
zu verdichten oder zu entzerren.
Auch wenn am Ende der gemeinsame Freitod über die gemeinsame Liebe siegt,
bleibt “Kabale und Liebe” doch eine aufmüpfige Ode an die Liebe.
Kreiszeitung
Zu einer temporeichen und mit eineinhalb Stunden angenehm kurzen
Inszenierung von Kabale und Liebe lud am Premieren-Freitag die shakespeare
company ein. Petra-Janina Schultz und Thomas C. Zinke teilten sich die acht
Rollen mit viel Charme und Überzeugungskraft, so dass man als Zuschauer das
Gefühl hatte, auf der dezent möblierten Bühne agieren mehr als zwei Personen.
Nicht nur in unterschiedliche Charaktere, auch in das andere Geschlecht
schlüpften die Akteure mühelos.
Weser Report
In diesem auf das Wesentliche gekürzten Stück agieren Petra-Janina
Schultz und Thomas C. Zinke virtuos in acht Rollen.
Mit witzigen Einfällen werden die vielen Verwandlungen offen gezeigt.
Schillers pathetische und brennende Sprache bleibt der Inszenierung erhalten und
enthält durch entstaubende Kürzungen sowie das engagierte Spiel der
Schauspieler neuen Pep.
Diabolo
Andreas Kloos „Spielfassung für zwei“ rafft „Kabale und Liebe“
auf flotte anderthalb Stunden, ohne den Kern des Stückes anzutasten. Im
fliegenden Wechsel besetzen Petra-Janina Schultz und Thomas C. Zinke acht
verschiedene Rollen. Nur wenige Kostümteile und Requisiten stehen ihnen jeweils
zur Charakterisierung zur Verfügung, den Rest müssen Haltung, Gestik und
Sprache transportieren. Das funktioniert so reibungslos, dass Zinke – für
eine einzige kommentierende Geste – vom leidenschaftlichen Liebhaber Ferdinand
zum Intriganten Wurm und zurück mutiert, ohne dafür nur seinen Gang
verlangsamen zu müssen.
taz
Der Regisseur und seine beiden Protagonisten vertrauen auf die Kraft der
Liebe, wie Schiller sie glühend geschildert hat, wissen aber auch um die
Uneinlösbarkeit des absoluten Liebesanspruchs. Das Ende ist der Anfang; Der
Anfang ist das Ende dieses intensiven Abends, der uns daran erinnert, dass
Schillers Genius für immer jung sein wird.
Weser Kurier
Die Inszenierung benutzt den starken Strich der Karikatur, um
Bühnenfiguren wie die dümmliche Hofschranze von Kalb und den polternden
Musiker Miller (beide Thomas C. Zinke) voneinander abzugrenzen. Ganz in
Schillers Sinn: Der Stürmer und Dränger hat seinen Text selbst mit reichlich
Ironie (und Zoten) garniert. Lustvoll spielen Petra-Janina Schultz und Thomas C.
Zinke den originalen Witz in Schillers bürgerlichem Trauerspiel aus, ohne
dessen tragische Momente lächerlich zu machen. Darin liegt die besondere
Leistung der beiden.
taz
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