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Romeo und Julia

von William Shakespeare

Übersetzung, Bearbeitung, Regie: Rainer Iwersen
Bühne: Uschi Leinhäuser, Rainer Iwersen
Kostüme: Uschi Leinhäuser
Musik: Christoph Ogiermann u. a.

Mit: Sandro Costantini, Cornelia Flöge, Sebastian Kautz, Markus Seuß, Janina Zamani, Thomas C. Zinke

Romeo und Julia - Große Gefühle, Liebe und Tod, das ist der Stoff aus dem Shakespeare eine der größten Tragödien der Theatergeschichte webte. Romeo und Julia - Kinder zweier verfeindeter Familien, verlieben sich blitzartig ineinander und die Welt um sie herum versinkt. Für sie zählt nur noch ihre reine, leidenschaftliche Liebe. Doch die Welt um sie herum läßt dieses Glück nicht zu und so endet diese Liebe im Tod. Die Handlung ist wohlbekannt: Unzählige Romane, Filme oder Lieder erzählen Variationen davon. Kein anderer Stoff steckt so voller Sehnsucht wie dieser: Es geht um den Traum von der perfekten Liebe, um den Wunsch nach den ganz großen Gefühlen. Klar, dass hier das Klischee ruft, der Kitsch hinter jeder Ecke lauert, das ganze Stück eine Zitatenfundgrube ist. Es ist die Auseinandersetzung damit, die es so spannend macht, ein Stück wie dieses heute auf die Bühne zu bringen.


Irgendwie schaffen sie es immer wieder, sich gegenseitig in die blutigsten Gemetzel zu verwickeln, die Montagues und die Capulets. Verona ist echt gestraft mit dem Familienzwist. Der Fürst greift zu drastischen Maßnahmen: Wer den Bürgerfrieden in der Stadt noch ein Mal stört, dem droht die Todesstrafe. Ausgerechnet Romeo gerät in die Mühlen des Gesetzes. Nicht genug damit, dass er sich unsterblich in Julia, die Tochter der verfeindeten Familie verliebt hat, tötet er Tybalt aus dem Haus der Capulets, den Mörder seines besten Freundes, auf offener Straße. Überbordende Spielfreude, gepaart mit hervorragenden schauspielerischen Leistungen, eine pfiffige Bearbeitung des ursprünglichen Textes und witzige dramaturgische Einfälle ließen den Abend zum Erlebnis werden. Regisseur und Übersetzer Rainer Iwersen hat für seine Truppe eine Spielfassung geschaffen, die der atemberaubenden Sprachkunst Shakespeares gerecht wird. Der Wechsel zwischen Passagen aus der klassischen Übersetzung von Tieck – wer möchte schon auf Zitate wie “Es war die Nachtigall und nicht die Lerche” verzichten – und eigenen Übersetzungen, gespickt mit Ausdrücken aus der heutigen Alltagssprache, machten die auf drei Stunden gekürzte Version zu einem Feuerwerk der Worte.
Westfälische Nachrichten

Von praller Sinnlichkeit ist nicht nur die Sprache, vital und deftig – und damit Shakespeares Volkstheater nahe – ist auch die Darstellung der sechs Schauspieler, die in zehn Rollen schlüpfen, meist vor den Augen der Zuschauer. Wo in anderen Inszenierungen der Kitsch hinter jeder Ecke lauert, ist es bei Iwersen der Witz, die unerwartete Wendung und ironische Brechung. Und wenn einmal Gefühligkeit im Textheft steht, wie in der Balkonszene, dann kommt sie so heftig daher, dass man gleich sieht, wie die Liebe das Gehirn vernebelt.
Nordwest-Zeitung

Die company hat sich auf zehn Figuren konzentriert. Bedienstete kommen nicht mehr vor, selbst die Person der Amme geht in der Lady Capulet-Rolle auf.
Eine gelungene Verknüpfung, die Cornelia Flöge viel Raum verschafft für eine frustrierte, alkoholkranke Ehefrau, die ihrer Tochter anfänglich zum Glück verhelfen will. Im Dialog mit Flöge wie in den gemeinsamen Szenen mit Kautz spielt Höhne die Facetten der pubertierenden Julia wunderbar heraus: mal ungeduldig und pragmatisch, mal gefühlvoll und träumerisch. Den ProtagonistInnen gelingt es, den tragischen Gehalt des Stückes fühlbar zu machen. In der berühmten Balkonszene, hier beide am Bühnenrand sitzend, und beim Abschied nach der Hochzeitsnacht beeindruckt das Paar durch panisch-aggressive und schmeichelnd-umsorgende Töne.
Taz


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