Toujours la Piaf
Gespielt und gesungen von Annette Ziellenbach und Alexander Seemann
Text von Nina Schindler
Regie: Uta Motz
musikalische Arrangements: Alexander Seemann
Bühne/Kostüme: Gabie Lindner
Mit Annette Ziellenbach in der Rolle Danielles, der Haushälterin Piafs,
ist dem Theater am Leibnizplatz ein einfühlsames Stück gelungen. Der
Kunstgriff, nicht die Sängerin, sondern die Haushälterin erzählen zu lassen,
ist geglückt. Mit viel Feingefühl verkörpert Ziellenbach die in Trauer
versunkene Haushälterin, die in einem ständigen Dialog zum Publikum versucht,
ihre Beziehung zur „großen Piaf“ zu erklären. Mit gedämpfter Stimme
erzählt sie vom Leben der Sängerin, untermalt mit stimmungsvollen
Piaf-Chansons. Ebenso stimmig war der Einsatz von Alexander Seemann. Auf Klavier
und Akkordeon spielend, nahm er den zweiten wichtigen Part in der geglückten
Inszenierung ein.
Die Welt
“Toujours la Piaf” ist nicht das erste Stück über die
Sängerin; immer wieder wird die Geschichte von dem verschwenderischen Leben der
Frau erzählt, die von der Straßensängerin zum gefeierten Star wurde. Aber
dieses, mal komisch, mal anrührende Kammerspiel bietet eine ausgewogene Mixtur
aus Chanson- und Theaterabend. Und es ist eine große Liebeserklärung an Edith
Piaf.
Weser Kurier
“Toujours la Piaf” nur als Komödie abzustempeln, würde dem
Stück nicht gerecht werden, durchläuft man doch als Zuschauer alle
Gefühlslagen. Von Mitleid mit der kranken Sängerin über tränennahes
Schmachten bis hin zum herzhaften Lachen über das etwas einfach gestrickte
Hausmädchen. Annette Ziellenbach spielt wunderbar überzeugend die Rolle der
Danielle, wie sie den Boden schrubbt, wie sie die Chansons der kleinen Diva
singt: “Milord”, “Je ne regrette rien” (Ich bereue
nichts). Ein einziges Wort reicht, um sie zu beschreiben: entzückend.
Taz
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