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Was ist Williams Montag?

Williams Montag ist eine Veranstaltungsreihe, die die bremer shakespeare company 2009 Jahren ins Leben gerufen hat. In unregelmäßigen Abständen, aber immer montags, wird an diesen Abenden der inhaltliche Themenradius einer aktuellen Shakespeare-Inszenierung ausgemessen und einzelne Aspekte aus unterschiedlichen Perspektiven fokussiert.

Spielszenen mit Ensemblemitgliedern fungieren als Türöffner und Leitfaden für die Gespräche mit Gästen, die mit ihrem Spezialwissen den Hintergrund des jeweiligen Themas beleuchten. So war z.B. Bürgermeister Jens Böhrnsen zu Gast beim Themenabend „Politische Rhetorik und politische Realität“ (2009), Pastor Louis Ferdinand von Zobeltitz diskutierte mit der Regisseurin Nora Somaini während ihrer Regiearbeit an „Hamlet“ über die „Macht der Seelen der Verstorbenen“ (2010) und anlässlich von „Timon aus Athen“ war der Unternehmer Wolfgang Schrörs (CDU) zum Thema „Schlecht und recht – Geld und Freundschaft“ eingeladen.
Große Aufmerksamkeit erhielten auch die Abende mit dem Bremer Gehirnforscher Gerhard Roth über den Ursprung des Bösen am Beispiel von “Richard III.” und mit dem bekannten Anwalt Bernhard Docke, der mit dem Produktionsteam von “Maria Stuart” und dem Publikum über die Lage politischer Gefangenen diskutierte.
Der Unterhaltungswert dieser Abende ist hoch: der Literaturwissenschaftler Thomas Rommel öffnete anhand ausgewählter Spielszenen dem Publikum Augen und Ohren für die Tiefe des Shakespeare-Universums und der englische Regisseur Raz Shaw (“Wie es Will gefällt“) demonstrierte mit kabarettistischer Verve die Kunst des Inszenierens.

Im Wechsel von Spiel und Debatte bereichern sich der Sachverstand der Gäste und die künstlerische Verdichtung des Theaterspiels gegenseitig, was das Veranstaltungsformat vom herkömmlichen Konzept einer Gesprächsrunde oder „Talkshow“ abhebt.