Die Shakespeare-Woche 2010:
10 verschiedenen Stücke für je 10 Euro
Donnerstag, 11. März um 19.30 Uhr
Ein Königreich für einen Ball
von Jörg Steinberg und Ensemble unter Verwendung von Motiven von William Shakespeare.
London, British Library, 24. Juni 1857, Mitternacht… Die Shakespeare-Figuren werden für wenige Stunden lebendig und fechten einen uralten Konflikt aus: Wer ist bedeutsamer für das Theater? Die Komödianten, die der Menschen Gemüter erheitern und zum Lachen bringen? Oder die Tragöden, die die Seelen der Menschen mit Geschichten von Schurken und Helden läutern wollen? Nicht selten endet dieser Konflikt tödlich. Doch diesmal bringt Prinz Hamlets Lieblingsspielzeug, der Totenschädel, die gewitzten Damen aus “Sturm”, “Viel Lärm um nichts” und „Romeo und Julia“ auf eine geniale Idee: sie erfinden einen neuen König – König Fußball! – Ein rundes Stück für Theater- und Sportsfreunde.
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Freitag, 12. März um 19.30 Uhr und
Samstag, 13. März um 19.30 Uhr
Kiss me Kate!
Musikalische Komödie von Samuel und Bella Spewack. Musik und Gesangstexte von Cole Porter.
Eine Theatertruppe studiert das Shakespeare-Stück „Der Widerspenstigen Zähmung“ als Musikrevue ein. Regisseur, Fred Graham, hat sich selbst mit der männlichen Hauptrolle besetzt, die Rolle der widerspenstigen Katharina spielt seine Ex-Frau Lilli Vanessi. Beide sind längst in andere Liebesaffairen verwickelt, doch ziemlich schnell wird klar: es knistert zwischen ihnen noch immer gewaltig… Ein fehlgeleiteter Blumenstrauß sorgt am Premierenabend für einen Eklat: Lilli beißt, tritt und ohrfeigt Fred, der sie im Gegenzug auf offener Bühne übers Knie legt. Nach dieser Demütigung will Lilli mitten in der Vorstellung abreisen. Da kommen Fred unerwartet zwei Gangster zu Hilfe: Lilli entscheidet sich am Ende doch wieder für Fred und für die Bühne. Warum? Schlag nach bei Shakespeare!
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Sonntag, 14. März um 19.30 Uhr
Wie es euch gefällt
von William Shakespeare
Der Wald von Arden ist Zuflucht für eine „Aussteigergesellschaft“: der vom Bruder vom Fürstenthron gestoßene Herzog Ferdinant und seine vom Hof verjagten Getreuen. Zu Ihnen stößt der junge Orlando, der des Fürsten Nichte Rosalind liebt und die Bäume des Waldes mit schmachtenden Gedichten behängt. Auch Rosalind muss vom Hofe fliehen und findet Unterschlupf im Wald. Als Knabe verkleidet sucht sie unerkannt Orlandos Freundschaft, um ihn den „richtigen“ Umgang mit Frauen zu lehren. Im Maskenspiel mit den Geschlechter- und Standesrollen lernen sie sich selbst und dem anderen ins Herz zu schauen, denn finden kann die Liebe nur, wer sich selbst erkennt oder sich selbst genügt. Eine heiter-melancholische Komödie über die Liebe und die Verliebtheit in das Ideal von Liebe.
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Montag, 15. März um 19.30 Uhr
Macbeth
von William Shakespeare
Shakespeare lässt in seinem mittelalterlichen Schottland einen seiner größten Schurken auftreten: Macbeth! Angestachelt von der Prophezeiung einer Hexe und dem Ehrgeiz seiner Frau ermordet Macbeth den König und reißt die Herrscherkrone an sich. Doch dieser Mord ist nur der erste, denn schon treibt ihn die Angst vor Mitwissern und Verschwörern so sehr, dass Mord auf Mord folgt. Aber seine Kaltblütigkeit ist nur vorgetäuscht und hinter seiner mörderischen Maske hetzen ihn Angst und Machthunger bis zur Selbstzerstörung. Hexenzauber, Mord, Wahnsinn und ein blutiges Finale – Macbeths Ehrgeiz geht über Leichen, doch sein Schicksal kann er nicht betrügen!
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Dienstag, 17. März um 19.30 Uhr
Viele Lärm um nichts
von William Shakespeare
Claudio und Benedick, frisch aus dem Krieg heimgekehrt, treffen Hero und Beatrice wieder, Mädchen mit denen sie bereits vor dem Krieg flirteten. Romantik liegt in der Luft. Doch das Komplott des Bastards Don John droht die glückliche Stimmung in eine Katastrophe zu verwandeln. Gemeine Lügen diffamieren die sittsame Hero als Flittchen. Der unsichere Claudio und seine ehrversessenen Freunde fallen auf die Intrige herein und die geschockte Hero, bereits als Braut geschmückt, fällt vor dem Traualtar in eine todesähnliche Ohnmacht. Eine Gang von Amateurpolizisten rettet das Stück vor der Tragödie …fast unabsichtlich. Auch der Hagestolz Benedick wird “Opfer” einer “Intrige”. Seine Freunde verkuppeln ihn mit der heiratsscheuen Kratzbürste Beatrice - zu ihrer beider Glück, denn aus freien Stücken hätte keiner von beiden gewagt, ihre Liebe zu gestehen. Eine heiter-romantische Komödie voll spritzig-geistreichen Wortwitzes.
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Mittwoch, 17. März um 19.30 Uhr
Julius Cäsar und Antonius und Cleopatra
von William Shakespeare
Der britische Regisseur Lee Beagley hat die beiden Shakespeare-Dramen „Julius Cäsar“ und „Antonius und Cleopatra“ für einen Abend inszeniert.
Eine burlesk-circensischen Show erzählt – sehr „company-esk“ – die Entstehungsgeschichte Roms, mit eisernem Machtwillen setzt sich auch Cäsar an die Spitze der römischen Republik. Ehemalige Freunde, Neider, feige Verräter und irregehende Idealisten ermorden Cäsar und sein treuester Anhänger, Antonius, wiegelt mit einer rhetorisch brillanten Grabrede die Bürger Roms zu einem Aufstand gegen Cäsars Mörder auf. Der Machtkampf um Rom endet vorläufig mit bei der Schlacht bei Philippi, in der der Verschwörer Cassius den Tod findet und Brutus sich selbst richtet. Als Geister finden die beiden wieder mit dem irrlichternden Geist Cäsars wieder zusammen und begleiten von nun an als sarkastische Kommentatoren und verborgene Strippenzieher die folgenden Ereignisse.
Antonius hat mit der Macht in Rom auch Cäsars ehemalige Geliebte, die ägyptische Königin, Cleopatra, „übernommen“. Die Affaire absorbiert ihn völlig von seinen römischen Staatsgeschäften, so dass der Usurpator Octavius ihn in offener Schlacht besiegt. Damit ist Antonius Schicksal besiegelt und er stürzt sich lebensüberdrüssig in sein Schwert. Und auch Cleopatra begeht Selbstmord: um nicht vom siegreichen Octavius als Beute im Triumphzug durch Rom geschleift zu werden, nimmt sie sich in ihrem Grabmal in einer Inszenierung ihrer göttlichen Schönheit das Leben.
Das innere Skelett, das die historischen Ereignisse und die beiden Dramen bindet ist das Element der theatralen Selbstinszenierung. Lee Beagley untersucht in seiner Inszenierung die Reibung zwischen politischem Taktieren und persönlicher Integrität und die Bedeutung der Eitelkeit als Mittel und Zweck politischen Handelns. Parallelen zu Berlusconi sind nicht beabsichtigt, aber möglich. Eine Inszenierung, die trotz der modernen Fragestellung, den Shakespeare nicht verleugnet.
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Donnerstag, 18. März um 18.30 Uhr
Der Kaufmann von Venedig
von William Shakespeare
Ein Wirtschaftkrimi: Der venezianische Kaufmann Antonio, gerade selbst knapp bei Kasse, leiht vom Juden Shylock 3000 Dukaten, damit sein Freund Bassanio, standesgemäß um Portia, eine lukrative Partie, werben kann. In Erwartung, bald wieder liquide zu sein, lässt sich Antonio auf die Bedingung Shylocks ein: bei Nichteinlösung des Schuldscheins zum festgelegten Termin, darf sich Shylock ein Pfund Fleisch aus Antonios Körper schneiden.
Bassanios Werben um Portia hat Erfolg, doch Antonio ereilt die Nachricht, dass seine Schiffe gesunken und er ruiniert ist. Shylock besteht aus Rachsucht für all die Schmähungen, die er als Jude zu erdulden hat, auf der buchstabengetreuen Erfüllung seiner Bedingung. Doch Portia, als Rechtsgelehrter verkleidet, entscheidet den Prozess mit einer Spitzfindigkeit für Antonio. Damit nicht genug: zur Strafe für seine unmenschliche Bedingung verliert Shylock sein Vermögen an Antonio. Auch privat ist er ruiniert: seine Tochter, brennt mit dem mittellosen mit Lorenzo durch. In diesem Spiel, in dem auch Gefühle nur Handelsware sind, gibt es keine Gewinner… Oder doch?
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Freitag, 19. März um 19.30 Uhr
Hamlet
von William Shakespeare
In der neuen Hamlet-Inszenierung von Nora Somaini setzt die Handlung des Stücks durch die Macht der Toten auf die Lebenden ein: Helsingör ist ein hermetischer Lebensraum, eine Art Sauerstoffzelt, das der Elite des Landes ihr Überleben sichert. In diesem klinischen Rundhort verliert sich die Königsfamilie in ihren inneren Abgründen und reibt sich in internen Kämpfen und Gräueln auf. Dem Dänenprinzen Hamlet erscheint der Geist seines toten Vaters, der ihn auffordert, den Mord an ihm zu rächen. Sein eigener Bruder, Hamlets Onkel hatte ihn heimlich ermordet, um an die Krone und in das Bett seiner Witwe Gertrud zu gelangen. Die Trauer um den toten König soll verdrängt werden, doch die Toten sind nicht tot, sie leben in einer Parallelwelt Helsingörs, einer Art Fegefeuer, in dem ihnen keine andere Chance bleibt, als die Lebenden zu bedrängen. Hamlet wird von seinem spirituellen Freund, Horatio, in die Welt der Toten eingeführt, und da ab ist nichts mehr, wie es scheint!
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Samstag, 20. März um 19.30 Uhr
Maß für Maß
von William Shakespeare
Im Sündenpfuhl Wien gibt es zwar Gesetze, doch niemand befolgt sie. Gegen die verdorbenen Sitten und die Unfähigkeit und Korrumpiertheit in allen gesellschaftlichen Schichten ist Herzog Vincentio machtlos geworden. Er überträgt die Regierungsgeschäfte dem fanatisch sittenstrengen Angelo und gibt vor, die Stadt zu verlassen. In Wahrheit bleibt er aber als Mönch verkleidet, als Beobachter in Wien. Doch Angelo verfällt der Verführung durch die Macht: er verurteilt Claudio, der ein Mädchen geschwängert hat, zum Tode, aber als dessen ebenso schöne, wie anständige Schwester, die Novizin Isabella, für das Leben Claudios bittet, versucht er sie zu erpressen: für eine Liebesnacht mit ihr, will er ihren Bruder begnadigen. Die jedoch will ihren Bruder eher sterben lassen, als das heuchlerische Spiel mitzuspielen. Daufhin fädelt Herzog Vincentio mit Isabella eine Intrige gegen Angelo ein, um ihn mit seinen eigenen Mitteln zu schlagen, denn auch Angelo hatte einst seine Verlobte, Marianna, sitzen gelassen, als sie durch ein Unglück ihre Mitgift verlor. Die Täuschung gelingt, doch wird sich Angelo an sein Versprechen halten? Das Happyend ist sperrig: die Leidenschaften sind gezähmt, der Anstand ist wiederhergestellt, doch Fragen bleiben: Welche Macht weist den rechten Weg, Gesetz oder Gnade? Und Herzog Vincentio? Ist er wirklich über alle Zweifel erhaben, wie er die anderen glauben machen möchte?
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Sonntag, 21. März um 19.30 Uhr
Ende gut, alles gut
von William Shakespeare
Eine grotesk-komische „Stalking“-Geschichte mit Live-Musik und hinreißend-frivolen Dialogen:
Die junge Dienerin Helena ist hoffnungslos verliebt in den jungen Grafen Bertram von Roussillon. Als dieser von seiner verwitweten Mutter, Gräfin von Roussillon, nach Paris geschickt wird, um sich als Mündel des Königs seine Sporen zu verdienen, folgt sie ihrem Angebeteten. Als Tochter eines Arztes ist sie der Heilkunst mächtig und ihr gelingt es, den König von einem langwierigen Leiden zu heilen. Der „schenkt“ ihr zum Lohn einen Ehemann aus der Mitte alle seiner männlichen Untertanen, und sie erwählt Bertram - naturellement. Doch Bertram verweigert sich ihr! Trotz Heirat will er die ehe mit ihr vollziehen, sondern stellt ihr zwei Bedingungen: erst wenn Helena sein Kind unterm Herzen trage und seinen Ring am Finger, will er sich in sein Los als ihr Ehemann fügen. Dann setzt er sich mit seinem durchtriebenen Kumpan, Parolles, nach Florenz ab, um ein Kriegsheld zu werden. Helena kann sein “Nein” nicht akzeptieren und reist ihm auch nach Italien nach, nur um festzustellen, dass Bertram offenbar auch ein Frauenheld geworden ist, trifft sie doch in Florenz seine neue “Flamme” Diana. Mit dieser ersinnt sie gemeinsam ein Täuschungsmanöver, um heimlich und unerkannt einen Ring und ein Kind(!) von Bertram zu empfangen…
Und diese Komödie wäre keine Komödie, wenn sich nicht - dank William Shakespeare - zum Schluss alles zum Besten fügte und in ein zuckersüßes Happyend mündete.