Theater-Schule-Campus


Aktuell

Die bremer shakespeare company nimmt mit der Aktion „Kulturschwärmer“ (Idee und Ausführung, s.u.) im Wettbewerb „Kinder zum Olymp!“ der Kulturstiftung der Länder teil.
Im März und April wird unter den eingereichten Bewerbungen eine Vorauswahl getroffen. Die Endauswahl wird voraussichtlich im Sommer stattfinden.
Es haben sich insgesamt 450 Teilnehmer aus allen Bundesländern angemeldet, davon fallen knapp zwei Drittel in die Kategorie „Programme kultureller Bildung“ und entsprechend ein gutes Drittel in die Kategorie Kulturelles Schulprofil.


Der aktuelle Diskurs um kulturelle Bildung macht deutlich, dass alternative Formen des Lernens notwendig sind. Kulturelle Bildung ist eine Querschnittsaufgabe. Sie zielt darauf ab, die kulturelle Wahrnehmung zu intensivieren, d.h. ästhetische Kriterien und Praktiken zu entwickeln und einzuüben, und auf die Stärkung des Subjektiven, wie z.B. geistige Offenheit, Originalität, und Poesie zu setzen.
Künstlerische Elemente fördern als Bildungs-Katalysator die Vermittlung von Unterrichtsstoff und Theaterschaffende finden Zugang zu jugendspezifischen Themen und Ästhetiken, eine wertvolle Ressource für die Inszenierungen und die Spielplangestaltung.
Der Theater-Schule-Campus Leibnizplatz ist eine inhaltliche und formale Plattform, die die bremer shakespeare company und die Oberschule am Leibnizplatz, seit Jahren durch die enge räumliche Nachbarschaft verbunden, gemeinsam entwickeln und gestalten.


2008: Symbolische Grundsteinlegung für das Projekt mit Renate Jürgens-Pieper (Senatorin für Bildung u. Wissenschaft) und Carmen Emigholz (Staaträtin für Kultur) bei „Schule und Theater: Experimentierfeld – Freies Lernen – Teilhabe – Kreativität“.

2009/ 2010: Intensivierung der Workshoparbeit unter Anleitung von Tandemteams (Lehrer-Schauspieler)

2011: Podiumsveranstaltung „Allianzen zwischen Schule und Theater“ mit der Arbeitnehmerkammer Bremen und TUSCH (Theater und Schule, Berlin).

2012/2013: Produktion „Parzival“ in Kooperation bsc und Oberschule Leibnizplatz

2015: „Kulturschwärmer“ – gemeinsames Projekt der bremer shakespeare company und der OS Leibnizplatz


Kulturschwärmer - Kunst vermittelt sich durch Kunst

Die Idee ist so einfach wie kompliziert: drei Tage Kunstpraxis für ALLE!
Am 10. Juli 2015 schwärmte die gesamte Schüler- und Lehrerschaft der Oberschule und gymnasialen Oberstufe Leibnizplatz – insgesamt knapp 800 Personen - in die Kultureinrichtungen und Kunstateliers dieser Stadt aus, um sich von den Künstlern Bremens in dreistündigen Workshops inspirieren zu lassen und selbst kreativ zu arbeiten.
45 Künstlerinnen und Künstler gaben in den Workshops ihren Input u.a. bei der bremer shakespeare company, in der Kunsthalle, in den Ateliers der Künstlerinnen und Künstlern des Bremer Verbands Bildender Künstler (BBK), bei den Bremer Philharmonikern, in den Trommel- und Tanzworkshops der Tänzer und Musiker von proAfrika, im Focke Museum, im Überseemuseum, mit Slam Poetry im Lagerhaus, in der Theaterwerkstatt im Schlachthof, im Theater Bremen, im FAB Lab in der Universität, beim steptext dance project und in der Städtischen Galerie. Die gesammelten Eindrücke, Erkenntnisse und Fähigkeiten werden zu Mini-Präsentationen verdichtet, die bsc begleitet den gesamten Prozess organisatorisch und künstlerisch.

Erfahrungsbericht
1. Tag – Inspiration und Initiative
Die Schulstufen und Klassenverbände werden für dieses Vorhaben aufgelöst und neu gemischt. Alle treffen sich zum ersten Mal! Ensemblemitglieder der bremer shakespeare company begleiten die Kulturschwärmer in die 43 Workshops als „Paten“. Sie erfahren dabei selbst Inspiration aus anderen künstlerischen Disziplinen und lernen Schüler und Lehrer in der kreativen Arbeit kennen.

2. Tag – Aktivität und Intensivierung
Schüler und Lehrer verarbeiten ihre Erfahrungen aus den Künstler-Workshops, das Ensemble der company steht jeweils drei Workshopgruppen als Impulsgeber in diesem Prozess zur Seite. Diese Gruppen werden zu Werkschau-Ensembles zusammengefasst, von denen jedes am folgenden Präsentationstag fünfzehn Minuten Zeit für die Performance hat.

3. Tag – Lust am eigenen Tun und Schauen
In einer wandernden Werkschau dokumentieren die Gruppen an insgesamt acht Orten rund um und in der Oberschule Leibnizplatz und der bremer shakespeare company ihre Arbeit. Mit hinreißendem Esprit wird drei Stunden lang getanzt und Theater gespielt, eigene Prosatexte und Reime vorgetragen, Skulpturen, Fotos, Malerei, Soundcollagen und Objekte gezeigt und erklärt. Alle sind in einem rotierenden System abwechselnd in den Rollen von Akteuren und Zuschauern. Das künstlerische Treiben ist schier unerschöpflich.


„Wären Menschen Bienen, müsste das Innere eines Bienenstocks ungefähr so aussehen wie der Schul-Theater-Campus Leibnizplatz am Dienstagnachmittag: Über 700 Schüler, Lehrer und Künstler, die scheinbar chaotisch in kleinen Grüppchen innerhalb kürzester Zeit fünf Mal den Ort wechseln, um etwas zu präsentieren oder im nächsten Moment selbst wieder Zuschauer zu sein. (…)
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