Ein Kind, das sich weigert, erwachsen zu werden. Ein Kind, das mit seinem Gesang die Realität erschüttern kann. Ein Kind namens Oskar Matzerath – Erzähler, Provokateur, Zeuge und Ankläger des 20. Jahrhunderts.
»Die Blechtrommel« in der Dramatisierung des deutschen Regisseurs und Dramatikers Armin Petras basiert auf dem berühmtesten Roman von Günter Grass, der auf brutale und groteske Weise die Absurdität der Geschichte aus einer anderen Perspektive betrachtet. Aus der Perspektive des einfachen Menschen. Aus der Perspektive des Ausgestoßenen.
Die Inszenierung spielt in einem heute nicht mehr existierenden Raum, in dem polnische, deutsche, jüdische, ungarische und andere Einflüsse aufeinandertreffen. An der Grenze zwischen Identitäten und Sprachen beobachtet sie das Ende einer Epoche mit den Augen eines Menschen, der sich entschieden hat, nicht erwachsen zu werden. Wer ist Oskar eigentlich? Ein gewöhnliches Kind, das sich gegen Autoritäten auflehnt? Ein genialer Außenseiter? Ein Psychopath? Ein Symbol für eine Gesellschaft, die sich lieber der Fantasie zuwendet, als sich ihrer eigenen Verantwortung zu stellen? Eine Metapher? Oder ein ganz gewöhnlicher Mensch wie jeder andere?
Die Inszenierung entstand mit Unterstützung durch das Programm “Never again” des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds. Das Gastspiel findet im Rahmen der Kooperation mit der Günter Grass Stiftung Bremen statt. Die Einladung von Armin Petras‘ außergewöhnlicher Bearbeitung des Weltbestsellers läutet die Bremer Aktivitäten zur Feier des 100. Geburtstags von Günter Grass im Jahr 2027 ein, die Teil zahlreicher deutschland- und europaweiter Events mehrerer Grass-Institutionen unter dem gemeinsamen Signet Grass100 sind. Die Bremer Stiftung steuert mit der bremer shakespeare company die Uraufführung eines neuen Stücks von Pit Holzwarth über Günter Grass bei.