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Lasst es uns eilig haben, menschlich zu sein

Die aktuellen Ereignisse im Iran geben dem Gastspiel »In the Meantime« mit den iranischen Künstler:innen Amineh Arani, Mohammad Kamal Alavi und Roxana Samadi eine neue Dringlichkeit. Im Januar wurden friedliche Proteste breiter Bevölkerungsschichten, die sich gegen die schlechten Lebensbedingungen richteten, mit massiver Gewalt vom Regime unterdrückt. Tausende Menschen wurden getötet, unzählige verletzt, verhaftet oder bedroht. »In the Meantime« vom Orangerie Theater Köln erzählt – ausgehend von der Bewegung „Frau, Leben, Freiheit“ – von einer Liebesbeziehung zwischen Exil und Heimat. Amineh Arani wird zusammen mit Roxana Samadi auf der hiesigen Bühne spielen - über die zwei Kontinente und eine Live- und Online-Performance mit ihrem Partner Mohammad Kamal Alavi (Teheran) verbunden.

Angesichts der jüngsten Ereignisse im Iran erhält diese Geschichte eine neue Dimension: Internetverbindungen brechen ab, Kommunikation wird unsicher, Realität und Bühne greifen ineinander. Der Abend spielt mit Szenen aus dem Stück und geht ins Gespräch über Erfahrungen im Iran und im Exil - und fragt nach unser aller Handlungsmöglichkeiten in dieser furchtbaren Lage.

Mit:
Amineh Arani (Köln/Teheran) Schauspielerin/Regie »In the Meantime«, pendelt zwischen Iran und Deutschland
Roxana Samadi (Köln) ist Schauspielerin und Autorin des Films »Freiheit im Herzen« über Frauen in der Diaspora
Mohammad Kamal Alavi (Teheran) Schauspieler, wird – sofern die Verbindung steht – online zugeschaltet
Dr. Parisa Fathi (Bremen) für den Verein Parsimed
Dr. Helga Trüpel (politische Einordnung)
Stefan Otteni (Berlin) Moderation, Co Regisseur der Produktion »In the Meantime«

Zum Stück »In the Meantime«

Eine semi-biografische, telematische Theaterperformance zwischen Teheran und Bremen

Ein Paar, getrennt durch politische Grenzen: Er lebt im Iran und darf das Land nicht verlassen. Sie lebt im Exil in Deutschland und kann nicht zurückkehren. Auf der Bühne entsteht ein gemeinsamer Raum zwischen Teheran und Köln. Während er live aus dem Iran spielt, erscheint sie via Videoprojektion aus Deutschland. Das Publikum erlebt ein intimes Duett zweier Menschen, die trotz tausender Kilometer verbunden bleiben – durch Sprache, Bewegung, Erinnerung und gemeinsame Imagination. Die Bühne wird zum Ort des Widerstands und der Nähe. Technologie ist hier nicht bloße Notlösung, sondern bewusst eingesetztes ästhetisches Mittel: Projektion, Signal und Bildschirm spiegeln die Lebensrealität des Paares wider – Liebe und Fürsorge, die nur digital gelebt werden können. Das Stück stellt Fragen, die weit über die private Geschichte hinausreichen: Wie lässt sich Nähe in Zeiten der Trennung herstellen? Welche Rolle spielt Kunst, wenn politische Grenzen unüberwindbar scheinen? Wie viel Zukunft kann im Exil gedacht werden?

»In the Meantime« verknüpft das Persönliche mit dem Politischen. Es erzählt von Migration, Exil und Meinungsfreiheit – Themen, die im Kontext aktueller globaler Debatten besondere Dringlichkeit haben.

Inszenierung: Amineh Arani, Stefan Otteni. Video-Kunst & Film: Shahab Kermani. Visuals: Günes Aksoy. K: Sarah Kavandi. Schnitt: Ehsan Vaseghi. Technik: Simon Kwame. Dramaturgie: Sarah Youssef

Fotos: Thomas Schäkel