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Zum Buch »Windstärke 17«

Ida hat nichts bei sich außer den alten, verschrammten Hartschalenkoffer ihrer Mutter, ein paar Lieblingsklamotten und ihr Laptop, als sie ihr Zuhause verlässt. Es ist wahrscheinlich ein Abschied für immer von der Kleinstadt, in der sie mit ihrer Mutter ihr ganzes Leben verbracht hat. Im Abschiednehmen ist Ida richtig schlecht, sie hat es vor zwei Monaten nicht einmal auf die Beerdigung ihrer suizidal erfolgreichen Mutter geschafft. Am Bahnhof sucht sie sich den Zug aus, der am weitesten wegfährt – und landet schließlich auf Rügen. Ohne Plan, nur mit einem großen Kloß aus Wut, Trauer und Schuld im Bauch, streift sie über die Ostsee-Insel. Und trifft schließlich auf Knut, den örtlichen Kneipenbesitzer, und seine Frau Marianne, die Ida kurzerhand bei sich aufnehmen. Ida arbeitet mit Knut in der Robbe, blättert mit Marianne im Bofrost-Katalog und geht einkaufen, zu dritt essen sie nachmittags Käsekuchen. Und Ida lernt Leif kennen, der ähnlich versehrt ist wie sie, aber vielleicht tun sie einander ja ganz gut. Auf einmal ist alles ein bisschen leichter, wärmer, erträglicher in Idas Leben. Doch dann erfährt sie, dass Marianne schwerkrank ist …

Die Autorin

Caroline Wahl wurde 1995 in Mainz geboren und wuchs in der Nähe von Heidelberg auf. Sie hat Germanistik in Tübingen und Deutsche Literatur in Berlin studiert. Danach arbeitete sie in mehreren Verlagen. 2023 erschien ihr Debütroman 22 Bahnen bei DuMont, für den sie mit dem Ulla-Hahn-Autorenpreis, dem Grimmelshausen-Förderpreis und dem Buchpreis Familienroman der Stiftung Ravensburger Verlag ausgezeichnet wurde. Außerdem wurde 22 Bahnen Lieblingsbuch der Unabhängigen 2023 und bekam den Bayern 2-Publikumspreis beim Bayerischen Buchpreis. Caroline Wahl lebt in Rostock.

Foto: Frederike Wetzels