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Wir besuchen eine sehr spezielle Hölle, die Hel betreibt. Dort gibt es für Brunhild, Kriemhild und Hagen kein Entrinnen aus ihren Erinnerungen, den immer gleichen Fragen, den dunklen Träumen. Siegfried ist erschlagen, die Nibelungen sind in einem blutigen Gemetzel untergegangen, Kriemhild und Hagen erschlagen, Brunhild starb von eigener Hand. Wer trägt welche Schuld? Wer kann sich auf welches Recht berufen? Und warum sollte uns das interessieren? Wir schauen auf unser Nationalepos und lernen den urdeutschen Helden Siegfried kennen: Wer war er? War er ein Held? Was haben wir mit dieser Helden-Figur gemacht, wofür ihn benutzt, missbraucht, ausgeschlachtet? Wer ist ein Held? Wer ist heute ein Held?
Die Edda trifft auf das Nibelungenlied, die Ehre einer Walküre auf mittelalterliche Rittertugend, archaische Glaubensvorstellungen auf christliches Selbstverständnis, deutsche Nationalbewegung auf machtpolitische Interessenkämpfe. Eine mythologische Völkerwanderung. Über Jahrhunderte wird „Deutschland“ konstruiert aus Sprache, Blut, Traum und Macht. Drachenblut, Nibelungentreue und Dolchstoßlegende. Lässt sich das so heute noch verkaufen?

Mit “Du kannst Gott zu mir sagen!“ haben sich das Team Johanna Schall und Grit van Dyk in die alttestamentarische Welt begeben. Mit “Der Nibelungen Wut” reisen sie in eine andere, ebenso prägende mythische Landschaft: Unser Nationalepos - eine Geschichte, in der am Ende alle sterben. Alle, außer dem Fremden, dem Hunnenkönig Attila, der um Kind und Frau beraubt, übrigbleibt. Eine wilde und grausam-schöne Reise in die Welt des deutschesten aller deutschen Stoffe.